Internationale Woche mit hochkarätigen Gästen: Prof. Dr. Lester Kurtz und Prof. Dr. Mariam Kurtz aus Washington D.C.


Lester Kurtz ist Professor für Soziologie an der renommierten George Mason University in Fairfax bei Washington D.C. Sein Spezialgebiet: die Friedensforschung vor dem Hintergrund vergleichender Religionswissenschaft. Eines seiner bekanntesten Bücher: Gods in a Global Village. The World’s Religions in Sociological Perspective, Los Angeles, Thousands Oaks, London, New Dehli, Singapore:  SAGE Publications, 4th Edition 2015. Weltweit bekannt ist Lester u.a. als Gandhi-Spezialist und Herausgeber einer der umfangreichsten friedenswissenschaftlicher Lexika, der dreibändigen „Encyclopedia of Violence, Peace, and Conflict“ (London, Oxford, New York, San Diego: Academic Press, 1999). Hier haben alle, die Rang und Namen in der Friedensforschung haben, grundlegende Artikel geschrieben. Mit Lester Kurtz kooperiert Prof. Dr. Prof. h.c. Egon Spiegel seit der ersten Begegnung im Jahr 2003 (siehe Michael Nagler / Egon Spiegel: Politik ohne Gewalt. Prinzipien, Praxis, Perspektiven der Gewaltfreiheit, Berlin: LIT, 2008, 148). Zuletzt hat er ihn zusammen mit seinem chinesischen Kollegen Prof. Dr. Liu Cheng von der Nanjing University in dessen Universität besucht.  Im September dieses Jahres werden die drei Friedenswissenschaftler (Soziologe, Historiker, Theologe) mit jeweils eigenen Vorträgen an einem internationalen friedenswissenschaftlichen Kongress in Nanjing (V.R. China) mitwirken. Als profunder Kenner der Materie führte Lester in der Seminarveranstaltung  in das gewaltfreie Konfliktmanagement ein als Alternative zum gewalthaltigen. Eingeladen war er dazu vom International Office der Universität Vechta, deren Verantwortliche auch in diesem Jahr eine beachtliche Anzahl ausländischer Dozenten/innen in der Internationalen Woche willkommen heißen und entsprechend „hosten“ durften.
Die aus Tanzania stammende frühere Journalistin und TV-Mitarbeiterin Mariam Kurtz ist Professorin an der angesehenen Georgetown University in Washington D.C. sowie Mitarbeiterin in der Abteilung African Studies der Harvard University, die unangefochtene Nr. 1 der Universitäten weltweit.  Mariams Spezialgebiet: Die Unterdrückung der Frauen in Afrika, speziell in Tanzania, durch die Verweigerung von Landbesitz. Sie ist Mitherausgeberin der beiden demnächst erscheinenden Bände „Women, War, and Violence“ (Westport: Praeger Security International, 2017). Ihr Beitrag in der Seminarveranstaltung diente dem Zusammenhang von Landbesitz und selbstbestimmtem Handeln von Frauen. In diesem Zusammenhang kam es zu anregenden, in englischer Sprache geführten Diskussionen mit den Studierenden. Diese brachten je eigene Zugänge zur Thematik ins Gespräch.
In überschaubarer Professorenrunde (u.a. mit Prof. Dr. Peter Kaiser und Prof. Dr. Nam-Ok Resina Lee aus Seoul, Südkorea) wurde das Thema „Land“ zwei Tage später noch einmal interdisziplinär vertieft. Bei einer Begegnung im Rahmen des Vechtaer Instituts für Forschungsförderung (VIFF) mit dessen Vorsitzendem, PD Dr. Dietrich Doll vom Marienhospital, wurden das Phänomen der Traumatisierung  durch erlittene oder verübte Gewalt friedenswissenschaftlich und Möglichkeiten von Praktika ausländischer Studierender im Marienhospital erörtert. Die beiden amerikanischen Gäste nahmen außerdem an der Ringvorlesung des Instituts für Katholische Theologie und dort einem Vortrag von Egon Spiegel zur Friedenstheologie des argentinischen Papstes teil.